Rhein

Photo-Credit: © Christian Ahlborn
Photo-Credit: © Christian Ahlborn

Liner Notes von Michael Wenzel

 

Wenn eine Band sich nach dem mythenumrankten Fluss benennt, ist das mutig. Der Überbau lastet schwer und verpflichtet zur Kunst. Zwar geben die Musiker Jürgen Krause, Johannes Rix und Peter Michael Witt an, den Namen wegen ihrer Wohnorte Köln und Düsseldorf gewählt zu haben. Das mag so sein, ist aber vielleicht nur der offensichtliche Teil der Geschichte. Sind nicht die Stromkilometer zwischen der Domstadt Köln und der Rheinmetropole Düsseldorf eine Art Mississippi-Delta der elektronischen Musik? Jener kulturell fruchtbare Abschnitt des Flusses, der zuerst den Krautrock und danach das gebar, aus dem im fernen Detroit und Chicago das geformt wurde, was heute Techno und House genannt wird? Rhein ist die Ursuppe der elektronischen Musik.

In Rhein schwingt immer das Wort rein mit. Hörbar pflegt die Band das Ursprüngliche. Ihre beiden ‚takes‘ sind Momentaufnahmen einer Musik in statu nascendi: Purer Klang. Kein Schnitzler, kein Rother, kein Hütter/Schneider, die anklingen. Keine Melodien oder Rhythmen, die eine Interpretation anbieten. Wenn die Flächen, das Pulsieren der Synthesizer auf der Suche nach synergen Elementen und nach Harmonien auf Gitarrenfragmente treffen, ist Rhein im Fluss: Aus der Dreizahl entsteht die Vielfalt zwischen flachem Rinnsal und tiefgründigem, unbändigem Strom. Wie der Namensgeber ist Rhein unberechenbar. Rhein tritt aus dem Bett der digitalen Hörgewohnheiten hinaus, gibt dem Klang den verdienten Raum und überrascht den geneigten Hörer mit einem psychedelischen Erleben von Musik.

Rhein ist Schönheit.

(Michael Wenzel)

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